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Allgemeine Informationen.

Die Billettpflicht vor Reiseantritt gilt für die Benützung aller Züge der SBB.

Seit dem 11. Dezember 2011 betrifft dies nun auch den Fernverkehr. Mit dem heutigen Kontrollsystem im Fernverkehr können aufgrund der steigenden Nachfrage und der vielfach kurzen Fahrzeiten zwischen den Halten immer weniger Fahrgäste kontrolliert werden. Deshalb haben viele Kundinnen und Kunden gar keine Möglichkeit mehr, ein Billett im Zug zu lösen. Dadurch entgeht der SBB ein zweistelliger Millionenbetrag. Würde die SBB auf dieses Geld verzichten, müssten die Billettpreise künftig noch stärker erhöht werden.

Deshalb gilt für den Fernverkehr, Regionalverkehr und Nahverkehr: Das Billett muss vor dem Reiseantritt gekauft werden. Diese Tarifbestimmung gilt auch für die internationalen Züge auf dem Schweizer Streckenabschnitt.

Erläuterungen

Wer muss wann zahlen?

Als Reisende(r) ohne gültigen Fahrausweis (RogF) gilt, wer keinen über die gesamte Reisestrecke gültigen oder teilgültigen Fahrausweis vorweisen kann. Reisende ohne oder mit teilgültigem Fahrausweis bezahlen neben dem Fahrpreis einen Zuschlag. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie keine Zeit hatten, ein Billett zu lösen oder ob Sie das Billett nicht mehr finden. Zudem werden Ihre Personalien elektronisch erfasst und bleiben während mindestens zweier Jahre registriert. Der Fahrpreis und der Zuschlag werden in Rechnung gestellt.

Als Reisende(r) mit teilgültigem Fahrausweis (RemitF) gilt, wer einen auf dem gesamten Reiseweg an sich gültigen, aber in einem der folgenden konkreten Fälle ungenügenden Fahrausweis vorweisen kann:

RemitF überall:

  • fehlender Zuschlag (z.B. Nachtzuschlag)
  • Fahrausweis für falsche Kundengruppe (z.B. Fahrausweis zum halben oder ermässigten Preis ohne Berechtigung)
  • falsche Verkehrsmittelwahl (Fahrausweis nicht gültig)

Nur den reduzierten Zuschlag bezahlt, wer bei Verbundfahrausweisen max. 1 Zone oder bei nationalen Fahrausweisen max. 1 Haltestelle zu wenig gelöst hat.

RemitF im Regionalverkehr:

  • fehlender Klassenwechsel
  • fehlender Streckenwechsel, bzw. abweichende Strecke (jedoch gleiche Abgangs− und Bestimmungsstation − resp. Abgangs− und Bestimmungszone; anderer, direkter und vergleichbarer Weg)

Unterschiede zwischen Regional- und Fernverkehr.

Im Fernverkehr (IC, ICN, IR und internationale Züge) ist es weiterhin möglich, ohne Zuschlag einen Klassen- oder Streckenwechsel im Zug zu lösen. Der Mindestpreis für einen Klassenwechsel beträgt CHF 10.–. Im Regionalverkehr (RE, R, S, SN) ist dies ausgeschlossen.

Ausnahmen.

  • persönliches Abo vergessen (Gebühr CHF 5.– wie bisher)
  • Familien: Kinder zahlen keinen erhöhten Zuschlag.
  • Gruppen: Erhöhter Zuschlag wird nur einmal erhoben.
  • Reisende mit Behinderung und verwirrte Personen zahlen keine Zuschläge.

Kosten

Übersicht über die erhobenen Zuschläge.

Übersicht über die erhobenen Zuschläge.
Zuschläge1. Fall2. Fallab 3. Fall
Reisen ohne gültigen Fahrausweis (RogF)CHF 90.–
CHF 130.–CHF 160.–
Reisen mit teilgültigem Fahrausweis (RemitF)CHF 70.–CHF 110.–CHF 140.–
    

Anmerkungen:

  • Das Inkasso erfolgt auf Rechnung (Reisende mit Wohnsitz ausserhalb EU und CH = Inkasso im Zug).
  • Die Kunden- und Reisedaten werden im Zug erfasst.
  • Fälle im Regionalverkehr (RV) und Fernverkehr (FV) werden für die Festsetzung des Zuschlags kumuliert.
  • Neben den Zuschlägen wird im RV eine Fahrpreispauschale in Rechnung gestellt.
  • Neben den Zuschlägen wird im FV der effektive Fahrpreis in Rechnung gestellt.
  • Bei diesen Zuschlägen wird unterschieden, ob es sich um einen ungültigen oder teilgültigen Fahrausweis handelt. Zudem erhöhen sich die Zuschläge im 2. und 3. Fall.

Die generell tariflichen Bestimmungen finden Sie im „Allgemeinen Personentarif

Auf den Netzen der Transportunternehmungen (TU) des direkten Verkehrs der Schweiz gilt generell die Billettpflicht vor Reiseantritt.

Die Tarifbestimmungen zu „Reisende ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis“ finden Sie unter folgendem Link: T600.5

Zusätzliche Kosten.

In folgenden Fällen können zusätzliche Kosten anfallen:

GrundKosten in CHF
Zahlungserinnerung / Mahnung40.–
Missbrauch100.–
Fälschung200.–
Nachforschung nach korrekten Personalien oder Adresse (pro Viertelstunde Zeitaufwand)25.–
Strafanträgeje 50.–
Betreibungenje nach Höhe der Forderungen
  

Preis- und Produktänderungen vorbehalten.

Fristen

Sie haben von uns eine Rechnung, Zahlungserinnerung oder Mahnung bezüglich einer Reise ohne gültigen Fahrausweis erhalten. Diese sind innerhalb unterschiedlicher Fristen zu begleichen. Hier ist eine Übersicht unserer Zahlungsfristen:

 Zahlungsfrist
Rechnung20 Tage
1. Mahnung10 Tage
2. Mahnung  10 Tage
  

Weiter beträgt die Vorzeigefrist bei einem vergessenen Abonnement 10 Tage.

Rechtliche Grundlagen

Reisende ohne gültigen oder mit teilgültigem Fahrausweis bezahlen einen Zuschlag und eine Fahrausweispauschale oder den Fahrpreis. Die Personalien werden in jedem Fall aufgenommen. Eine Anzeige bleibt grundsätzlich vorbehalten.

Im Falle eines Missbrauchs sind zusätzliche Gebühren zu bezahlen (mind. CHF 100.– pro Person). Zudem bleibt eine strafrechtliche Verfolgung vorbehalten.

Das Vorweisen eines gefälschten Tickets hat neben hohen Gebühren (mind. CHF 200.–) in jedem Fall strafrechtliche Konsequenzen.

Bei allen unseren Entscheiden stützen wir uns auf den Allgemeinen Personentarif (Tarif 600). Dieser Tarif stützt sich auf das Personenbeförderungsgesetz (PBG, 745.1) sowie auf die Verordnung über die Personenbeförderung (VPB, 745.11).

Zusätzliche Gebühren sind im Tarif 610 (nicht öffentlich einsehbar), unter Serviceleistungen SBB-Inkassocenter geregelt.

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