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Bogenkarriere – Statusverlust oder Chance für die Zukunft?

Leonhard Binz arbeitet seit bald 42 Jahren mit grosser Leidenschaft für die SBB. Er kann auf eine langjährige und erfolgreiche Karriere bei SBB Immobilien zurückblicken, in welcher er bei RailClean bis zu 130 Mitarbeitende führte. Nun hat sich Leonhard (Hardy) ganz bewusst für eine Bogenkarriere entschieden und überlässt per 1. Januar 2017 seine Führungsposition einem jüngeren Nachfolger. Hier erklärt er seine Beweggründe.

Leonhard Binz, du übernimmst per 1. Januar eine Funktion ohne Führungs­verantwortung bei RailClean. Was hat dich zu dieser Veränderung bewogen?

Es war schon immer meine Philosophie, nicht bis zu meiner ordentlichen Pensionie­rung in einer Führungsfunktion tätig zu sein. Daher habe ich mir schon länger Gedanken gemacht, wie ich den letzten Abschnitt meines Arbeitslebens gestalten möchte. Da es für mich nie eine Option war, vorzeitig in den Ruhestand zu treten, schwebte mir die Übernahme einer Fachspezialisten- oder Coachingfunktion vor. Ich hatte diese Möglichkeit bereits mit dem ehemaligen Leiter RailClean, diskutiert und mein Anliegen bei ihm platziert. Ein weiterer Aspekt ist meine Gesundheit. Auch wenn ich geistig noch sehr fit bin, sind die steigenden Anforderungen, die Digitalisierung und das schnelle Tempo im Arbeitsumfeld für einen 61-Jährigen nicht zu unterschätzen. Ich will mir zu liebe einen Gang runterschalten. Darum bin ich sehr glücklich, dass mir SBB Immobilien eine sogenannte Bogenkarriere ermöglicht. 

Wie haben dein privates Umfeld und deine Arbeitskolleginnen und -kollegen auf deinen Entscheid reagiert?

Meine Partnerin, meine Familie und meine Freunde haben sehr positiv reagiert und unterstützen mich bei diesem Schritt. Meine Arbeitskolleginnen und -kollegen haben sich mehr dafür interessiert, welche Aufgaben ich nach der Regionenleitung von RailClean Mitte übernehmen werde. Kritische Rückmeldungen habe ich keine erhalten.

Welches sind für dich die konkreten Vorteile dieser Bogenkarriere?

Der grösste Vorteil ist, dass ich im Gegensatz zu einer Frühpensionierung nicht komplett aus dem Berufsleben aussteige, sondern weiterhin am Arbeitsalltag teilhaben kann. Es ist somit kein abruptes Ende meiner Laufbahn, aber ich nutze die Gelegenheit, ein wenig kürzer zu treten. Für mich ist zent­ral, dass ich meine Funktion als Regionenleiter und die damit verbundene Verantwortung abgeben kann. Da ich seit der Gründung von RailClean dabei bin, kenne ich unsere Organisation und unsere Mitarbeitenden sehr gut. In meiner neuen Funktion kann ich mein langjährig erworbenes Fachwissen sowie meinen grossen Erfahrungsschatz weitergeben. 

Die Abgabe einer Führungsposition kann auch einen Statusverlust bedeuten. Beschäftigt dich dies?

Nein, solche Gedanken mache ich mir nicht. Status bedeutet mir nicht viel. Mir lag es immer am Her­zen, dass ich gemeinsam mit meinem Team die gesetzten Ziele erreiche, meine Mitarbeitenden res­pektvoll behandle und dass sie sich bei uns wohlfühlen. Es bereitet mir keine Mühe, dass ich künftig keine Führungsposition mehr innehaben werde; alles im Leben hat einen Anfang und ein Ende. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam bei RailClean erreicht haben. Für mich ist es auch wichtig, dass ich selber entscheiden konnte, wann der Zeitpunkt gekommen ist, um die Leitung einem Nachfolger zu übergeben. Es war eine schöne Zeit und ich blicke gerne zurück. Aber für mich passt es jetzt optimal, diesen Abschnitt zu beenden.

Hat das «Kürzertreten» auch finanzielle Folgen für dich?

Die finanziellen Auswirkungen des Funktionswechsels sind nicht ausschlaggebend für mich. Für mich wichtigere Faktoren führten zu diesem Entscheid: meine Gesundheit und meine Lebensqualität. Für mich ist klar, dass ich mich auch nach meiner Pensionierung weiterhin beruflich engagieren werde. So habe ich mich beispielsweise bereits beim Roten Kreuz informiert, ob es möglich ist, zwei- bis dreimal monatlich im sozialen Bereich tätig zu sein.

Was für neue Aufgaben wirst du in deiner Funktion übernehmen?

Für welche Projekte ich konkret zuständig sein werde, weiss ich derzeit noch nicht. Ich werde sicher­lich mein Wissen in die Implementierung der Hauswartung einfliessen lassen und als Coach zur Ver­fügung stehen. Ich bin flexibel einsetzbar und freue mich auf die kommende Zeit. 

Welchen Ratschlag würdest du einer Kolleginnen oder einem Kollegen in einer ähnlichen Situ­ation geben?

Bevor ich einen Ratschlag erteile, würde ich mich mit dieser Person auf einen Kaffee verabreden und mit ihr/ihm die Situation besprechen. An diesem Punkt muss man sich gut überlegen, was im Leben wich­tig für einen ist. Was heisst Lebensqualität für dich? Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, loszulassen. Manchmal bringt es nichts, wenn man sich an etwas klammert oder Entscheidungen herausschiebt. Du musst ehrlich zu dir selber sein und den Weg einschlagen, der für dich stimmig ist. Ich kann nur empfehlen, sich frühzeitig über eine Bogenkarriere Gedanken zu machen.    

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