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Unterwegs verbunden – Hintergrundinfos zu den Mobilfunkservices.

Hintergrundinformationen

Mobile Versorgung der Bahnreisenden: Ziele, Herausforderung, Lösungen.

Die Mobilfunkstrategie der SBB orientiert sich am grössten Kundennutzen: Im Zug setzen wir auf Signalverstärker, am Bahnhof auf Gratis-Internet. Daneben stehen wir in regelmässigem Kontakt mit den Mobilfunkanbietern bezüglich der Versorgung entlang der Strecken.

  • Am Bahnhof: An den meistfrequentierten Bahnhöfen bietet die SBB ihren Kundinnen und Kunden kostenlos WiFi an, so dass sie am Bahnhof surfen und arbeiten und E-Mails synchronisieren können.

    Kennzahlen: Investitionen in einem tiefen zweistelligen Millionenbetrag. Ausrüstung der rund 80 meistfrequentierten Bahnhöfe von September 2013 bis November 2015.

  • Im Zug: Damit Reisende auch innerhalb des Zuges von einem Empfang wie ausserhalb profitieren, haben sämtliche geplanten Fernverkehrs-Wegen Signalverstärker der neusten Generation (2G/3G/4G) erhalten. Mobilfunkanbieter, SBB und BAV streben auch für die Regionalverkehrsflotte den Einbau von Signalverstärkern an.

    Kennzahlen: Die Signaldämpfung beträgt rund 30 dB; Fernverkehrsflotte mit rund 1083 Wagen und 51 Kompositionen seit Ende 2014 ausgerüstet; Eine Ausrüstung der Regionalverkehrsflotte ist im Zeitraum 2016-2020 möglich.

  • Entlang der Strecken: Unterwegs wird die Versorgung der Reisenden durch die drei Mobil­funkanbieter sichergestellt. Dazu braucht es eine jeweils für die hohen Passagierzahlen aus­reichende und stabile Netzabdeckung. Die SBB agiert hier als Vertreterin der Bahn­reisenden und steht im Kontakt mit allen drei Mobilfunkanbietern, um zu erreichen, dass die Versorgung der Bahnlinien als wichtige Verbindung der bewohnten Gebiete eine ausreichende Priorität in der Investitionsplanung der Provider erhält. Die SBB unterstützt die Mobilfunkanbieter zudem durch Mitnutzung von SBB Infrastrukturen als Antennenstandorte, sofern dies bahnbetrieblich möglich ist.

    Kennzahlen: Hauptverkehrsachsen inkl. Tunnel heute weitgehend durch 3G versorgt, 4G Abdeckung in Entwicklung; Regionalverkehrsstrecken noch unterschiedlich gut abgedeckt, insb. in Randregionen. Details zur aktuellen Netzabdeckung: Mobilfunkanbieter.

Am Bahnhof.

SBB WiFi: Wo und wie funktioniert der Service?

Die SBB bietet das kostenlose SBB WiFi an den rund 80 meistfrequentierten Bahnhöfen an. Zur Nutzung des Services muss der Kunde jedes mobile Gerät persönlich freischalten (wird vom Gesetzgeber gefordert, in den AGB’s transparent erwähnt) – dies erfolgt in zwei Klicks: über eine SMS und einen Zugangscode. Nach dieser Registrierung kann das SBB WiFi ohne erneute Registrierung an allen ausgerüsteten Bahnhöfen genutzt werden. Der Service ist auf 60 Minuten ununterbrochenen Internetzugang beschränkt – an einem anderen Bahnhof oder nach zwei Stunden Pause am gleichen Bahnhof kann der Kunde weiter surfen.

Informationen zum Service und den bereits ausgerüsteten Bahnhöfen auf sbb.ch/wifi

Stichwort Datenschutz: Warum erhebt die SBB welche Daten und was tut sie damit?

Als Internetservice-Anbieterin ist die SBB gesetzlich verpflichtet, jeden Kunden zu registrieren und zu identifizieren – dies erfolgt über die SMS, da heute jede SIM-Karte eindeutig einer Person zugeordnet werden kann. Der Gesetzgeber verpflichtet im Bundesgesetz zur Überwachung des Post- und Fernmeldewesen Internetservice-Anbieter zudem zur Sammlung der Nutzungsdaten, so dass bei Bedarf gesetzwidrige Aktivitäten nachvollzogen werden können. Die gespeicherten Nutzungs-Daten umfassen:

  • MAC Adresse
  • Aktuelle IP-Adresse
  • Quellen: IP- und MAC-Adresse
  • Quell und Ziel Port (TCP/UDP)
  • Zeit des Logins / Logouts

Bei der Registrierung werden keine Inhaltsdaten (Bsp. Mails, versendeter Content etc.) erfasst. Die Daten werden zudem Dritten nicht weitergegeben und gemäss der gesetzlichen Vorgaben gespeichert.

Die SBB wollen personalisierte, standortbezogene Informationen und Angebote weiter ausbauen – dies ist ein klares Kundenbedürfnis. Die SBB wird für den kostenlosen Service auf der Startseite Werbung und Kundeninformationen aufschalten (Pop-Up, Banner), es sind jedoch keine Werbemails oder Anrufe vorgesehen.

Im Zug.

Die SBB setzt auf moderne Signalverstärker (Repeater). Wie funktionieren diese?

Signalverstärker (Repeater) werden dort eingesetzt, wo eine Isolation die Mobilfunk-Signale stark dämpft (Faraday‘scher Käfig). Dies ist oft der Fall bei modernen Bürogebäuden und auch bei klimatisierten Zügen. Signalverstärker sind in solchen Fällen der Schlüssel fürs mobile Internet. Der Signalverstärker überbrückt die aus Metall bestehende Aussenhülle und die isolierten Scheiben des Zuges, welche die Mobilfunksignale stark abschirmen. Dazu sind drei Elemente notwendig:

  • Aussenantenne: Ausserhalb des Bahnwagens wird eine kleine Antenne montiert, welche die direkte Verbindung ins Mobilfunknetz übernimmt.
  • Innenantenne: In jedem Wagen (und Etage) wird ein Antennenkabel eingezogen, welches für eine gleichmässige Funkversorgung im Wagen führt. Dieses übernimmt die direkte Verbindung zu den mobilen Endgeräten.
  • Signalverstärker: Der Signalverstärker verbindet Aussenantenne und Innenantenne und verstärkt die Mobilfunksignale, so dass Reisende im Zug einen letztendlich gleich guten Empfang haben wie ausserhalb.

Übrigens ist der Ausbau mit Signalverstärkern der neusten Generation im europäischen Vergleich in der Schweiz am weitesten fortgeschritten. Auf verschiedenen Strecken surfen Kundinnen und Kunden bereits über 4G/LTE.

Die Befürchtung, dass sich mit solchen Systemen die Strahlenbelastung erhöht, ist unbegründet – im Gegenteil: Ohne Signalverstärker schalten alle aktiven mobilen Endgeräte im Bahnwagen auf maximale Leistung um das (zu) schwache Mobilfunksignal zu nutzen. In Wagen mit Signalverstärkern reduzieren alle Endgeräte ihre Sendeleistung auf ein Minimum.

Kundinnen und Kunden fordern aber WiFi im Zug. Warum setzt die SBB nicht auf diese Technologie?

Die SBB verzichtet daher bewusst auf WiFi im Zug, da die eingebauten Signalverstärker bereits für guten Empfang unterwegs sorgen.

Der Entscheid gegen WiFi im Zug hat zwei Hauptgründe

  1. Ein WiFi Service im Zug nutzt ebenfalls die Mobilfunknetze ausserhalb des Zuges und bietet dem Reisenden kaum mehr Bandbreite als die dank Signalverstärkern gute direkte 3G/4G Verbindung. Ein WiFi System würde immer zusätzlich zu Signalverstärkern und nicht als Alternative eingebaut.
  2. Kundenbefragungen zeigen klar, dass ein WiFi nur genutzt würde, wenn es gratis ist. Da das WiFi System über 3G/4G ins Internet gelangt, fallen hohe Rechnungen der Mobilfunkanbieter für durch die Reisenden genutzten 3G/4G Datenvolumen an, welche die SBB bezahlen müsste. Kalkulationen zeigen, dass diese Kosten rasch in einem dreistelligen Millionenbetrag zu liegen kommen. Diese Mehrkosten müsste die Allgemeinheit finanzieren (Stichworte Kostenwahrheit, Nutzerfinanzierung). Die SBB ist gegen eine solche Subventionierung von Mobilfunk-Diensten.

Die einzige Lücke sind Geräte ohne SIM Karte, die keine direkte Verbindung ins Internet aufbauen können und auf WLAN angewiesen sind. Heute verfügen rund 70 Prozent der Reisenden über ein Smartphone, welches über die Funktion „mobiler Hotspot“ in eine WiFi Antenne verwandelt werden kann. Reisende können über diesen Weg ihren Laptop oder ihr Tablet mit dem Internet verbinden, müssen aber die Verbindungskosten über ihr Mobilfunk-Abonnement selber tragen.

Der Entscheid der SBB ist für die Situation in der Schweiz mit ihren relativ kurzen Reisezeiten und drei gut ausgebauten Mobilfunknetzen richtig. In anderen Ländern kann WLAN im Zug aber durchaus der richtige Weg sein:

  • In Ländern mit schlechterem Ausbau der mobilen Netze kann WiFi eine spürbare Verbesserung der Verbindungsqualität bringen, da das WiFi System immer das jeweils beste Netz wählt und so eine insgesamt stabilere Verbindung erreicht. Dieser Effekt ist aber in der Schweiz aufgrund der guten Versorgung durch alle drei Anbieter kaum spürbar.
  • In Ländern mit langen Reisezeiten werden WiFi-Systeme mit InTrain Infotainment Systemen kombiniert, so dass Reisende auf mehrstündigen Fahrten (meist kostenpflichtige) Filme oder Spiele konsumieren können.
  • In Ländern mit einem intensiven Wettbewerb im Mobilfunkmarkt gibt es auch Konstellationen, in welchen ein Mobilfunkanbieter aus Marketinggründen die Kosten der im Zug eingebauten WiFi Systemen übernimmt, um sich damit einen Marktvorteil zu sichern.

Zudem: Die Roaming-Preise sind europaweit unter Druck und die Flatrates werden zunehmen. Die SBB verfolgt im Interesse ihrer Kundinnen und Kunden eine langfristig orientierte Strategie und ist überzeugt, dass in wenigen Jahren der Ruf nach kostenlosem WiFi abnehmen wird.

Warum ist die Internet-Verbindung im Zug so langsam im Vergleich zu daheim oder im Büro?

Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten und der grossen Anzahl Nutzer, die sich die Bandbreiten teilen, sind im Zug auch künftig nicht gleich gute Verbindungen wie stationär möglich.

Die zwei Hürden im Zug sind die hohe Anzahl Nutzer und die Geschwindigkeit.

  • Ist ein Zug voll besetzt mit Passagieren, die alle gleichzeitig online sein wollen, nutzen bis zu 1‘200 Passagiere das Mobilfunknetz. Im Mobilfunk wird die Kapazität unter allen Teilnehmenden aufgeteilt – viel bleibt da nicht übrig für den Einzelnen.
  • Wenn ein Zug mit 200 km/h unterwegs ist, wird der Mobilfunkkunde alle 20 Sekunden von einer Mobilfunkzelle zur nächsten gereicht. Und das wiederum mit bis zu 1200 Personen pro Zugkomposition (400 m) zur gleichen Zeit. (Extremfall: Zugskreuzungen 2 x 1‘200 also 2‘400 Personen).

Verschiedene Abonnemente der Schweizer Mobilfunkanbieter sorgen dafür, dass viele Kundinnen und Kunden ihre Smartphones oder Tablets im Zug sehr intensiv nutzen: das genutzte Datenvolumen wächst rasch.

Einen erheblichen Einfluss haben aber auch die gesetzlichen Vorgaben in der Schweiz. Sie schränken die Sendeleistung von Mobilfunkantennen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern massiv ein. So verfügen Schweizer Mobilfunkantennen über eine zehnmal kleinere Sendeleistung als vergleichbare Antennen im Ausland, was eine lückenlose und gute Versorgung der Bahnlinien stark erschwert und verteuert. Da der Bau neuer Antennen bei der Bevölkerung ebenfalls umstritten ist, bleiben die Datenkapazitäten auch in Zukunft beschränkt.

Informationen zum Rollout, AGB und Anleitungen unter sbb.ch/wifi

Fakten

Fakten zum Mobilfunk im Zug.

Rollmaterial SBB

Fernverkehr: 1083 klimatisierte Wagen und 51 Kompositionen sind mit Signalverstärkern ausgerüstet

Regionalverkehr: Auch in die rund 1700 Wagen der Regionalverkehrsflotte wollen SBB und Mobilfunkanbieter bis spätestens Ende 2022 Signalverstärker einbauen.

Stand der Ausrüstung Fernverkehr

Bis jetzt sind alle Fernverkehr-Züge (EC, ICN, EWIV und IC2000, exkl. 19 ETR 610) ausgerüstet, der Umbau ist seit Ende 2014 abgeschlossen.

InTrainCom

Konsortium der drei Mobilfunkanbieterinnen Swisscom, Sunrise und Salt, welches die Finanzierung (teilweise) und den Betrieb der Signalverstärker trägt.

Repeater / Signalverstärker

System zur Überbrückung von Isolationen, welche Mobilfunk-Signale dämpfen. Moderne Signalverstärker verbessern 2G/3G/4G-Übertragung zu mobilen Endgeräten im schnellen Datenstandard GSM, EDGE, UMTS, HSPA, HSPA+ oder LTE.

WiFi im Zug

Die SBB verzichtet bewusst auf WiFi im Zug, da die eingebauten Signalverstärker bereits für guten Empfang unterwegs sorgen. Der Mehrwert von WiFi ist daher limitiert, die Kosten (für Einkauf mobiler Bandbreiten bei den Providern) wären jedoch sehr hoch.

Der Ausbau mit Signalverstärkern der neusten Generation ist im europäischen Vergleich in der Schweiz am weitesten fortgeschritten. Auf verschiedenen Strecken surfen Kundinnen und Kunden bereits über 4G/LTE.

Funkantennen in der Schweiz

Die Sendeleistung ist rund 10-mal schwächer als eine vergleichbare Antenne im benachbarten Ausland. Hintergrund sind gesetzliche Vorgaben in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV).

Strom am Sitzplatz

28‘500 Steckdosen für das Aufladen von Laptops und Mobiltelefonen und Tablets im Zug.

Unterschied zu WiFi Projekten von Busbetrieben oder städtischen Trams

Datenübertragung aus einem Fahrzeug ist aufgrund der langsamen Geschwindigkeit und der viel kleineren Nutzerzahlen wesentlich einfacher zu bewerkstelligen. Auch bei Bussen mit WiFi ist die Bandbreite beschränkt. Aufgrund der wesentlich kleineren Nutzerzahl pro Fahrzeug fallen Kapazitätsengpässe weniger auf.

  

Fakten zu WiFi am Bahnhof.

WiFi am Bahnhof

Die SBB bietet den rund 80 meistfrequentierten Bahnhöfen SBB WiFi an (Nachrüstung 2016 nach Bauarbeiten in Zürich Oerlikon und Renens). Nach einmaliger Registrierung ist das kostenlose Internet an allen ausgerüsteten Bahnhöfen nutzbar. Zeitbeschränkung: 60 Minuten, danach zwei Stunden Pause oder Nutzung an anderem Bahnhof.

Investition in den WiFi Service

Die Investition beträgt einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag

Betriebskosten des WiFi Services

Die Betriebskosten im tiefen einstelligen Millionenbetrag werden grösstenteils durch Werbeeinnahmen gedeckt

WiFi / WLAN

In vielen Ländern (u.a. USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, sowie neuerdings auch Deutschland) wird WiFi als Synonym für WLAN benutzt.

  

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