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Winterdienst der SBB.

Winterdienst der SBB.

Sobald der erste Schnee fällt, läuft der Winterdienst der SBB auf Hochtouren. Das Lagezentrum des Operation Centers in Bern steuert dann mehrere hunderte Einsatzkräfte der SBB in der Fläche und sorgt dafür, dass die Züge noch fahren. Damit im Ernstfall alles reibungslos klappt, beginnt die Planung bereits im Frühling.  

Kommt es im Winter häufiger zu Verspätungen als zu anderen Jahreszeiten?

Bei einem gesamtschweizerischen Wintereinbruch sind bei der SBB ca. 360 Mitarbeitende im Einsatz, die sich um die Schneeräumung von Signalen, Gleisen, Weichen, Barrieren, Perrons etc. kümmern. Beim ersten Schneefall werden oft kleinere Mängel erkannt, die nachjustiert werden müssen. Beispielsweise kann durch die Kälte ein Motor einer Barriere aussteigen, der ohnehin bereits schwach war. Schienen können wegen den grossen Temperaturunterschieden beschädigt werden oder Lämpchen können kaputtgehen. Solche kleinere Störungen können zu Verspätungen führen, da das Sicherheitssystem sehr sensibel darauf reagiert. Das muss es aber auch, um eine 100-prozentige Sicherheit zu gewährleisten. Genauso wie dem Strassenverkehr macht also starker Schneefall auch der SBB zu schaffen. Dass die Züge im Winter generell weniger pünktlich unterwegs sind als im Sommer, stimmt aber nicht. Die SBB publiziert ihre Pünktlichkeitswerte monatlich unter www.sbb.ch/puenktlichkeit.

Wie bereitet sich die SBB auf den Schnee vor?

Jeweils ab Mitte Oktober und bis Ende März sind verschiedene Abteilungen der SBB in Bereitschaft für den Winterdienst. Alle relevanten Komponenten und Einrichtungen werden überprüft. Das sind zum Beispiel Fahrgastheizungen, Kupplungs- und Frontscheibenheizungen, Snowboardhalterungen etc. Die SBB arbeitet mit einem externen Wetterdienst zusammen, der die Wetterprognosen für rund 800 Betriebspunkte erstellt. Daran halten sich unsere Einsatzplanungen. Der nächste Winter beginnt schon im Frühling, wenn der vergangene Winter analysiert und Verbesserungsmassnahmen bestimmt werden. Bereits im Sommer müssen die Mittel und Materialien beschafft und Funktionskontrollen durchgeführt werden.

Was unternimmt die SBB gegen Vereisungen des Rollmaterials?

Vereisungen treten hauptsächlich bei den Türen der Züge oder bei den Wassertanks der sanitarischen Einrichtungen der Zugwagen auf. Um dies zu verhindern und damit die Wagen für Passagiere schon vorgeheizt sind, werden abgestellte Züge an Heizanlagen angeschlossen. Ein weiteres Problem bilden grössere Schneeablagerungen an Wagenböden im Bereich der Drehgestelle und der Wagenübergänge. Durch den Fahrtwind entstehen massive Eisblöcke, die in voller Fahrt abfallen können. Die Eisblöcke wirbeln Schottersteine auf, welche zu grossen Schäden an Anlagen oder Rollmaterial führen kann. Dieses Phänomen nennt man „Schotterflug“. Um das zu verhindern, müssen in sehr kalten Wintern die Züge an gewissen Orten langsamer als üblich verkehren. Dies hat wiederum Einfluss auf die Stabilität des Fahrplanes.

Wo kommen Weichenheizungen zum Einsatz?

Rund 50 Prozent aller Weichen sind mit einer Heizung ausgestattet, das entspricht rund 7400 Anlagen. Die Weichenheizungen funktionieren bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Die Wetterfühler der Weichenheizungen reagieren auf Temperatur und Feuchtigkeit und schalten sich entsprechend automatisch ein und aus. Übrigens gibt es auch Heizungen für die Signalanlagen – diese nennt man „Linsenheizung“.

Welches sind die grössten Herausforderungen für den Winterdienst bei Schnee?

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass vor allem langandauernder Schneefall eine grosse  Herausforderung für die SBB darstellt. Dies kann nämlich zu Engpässen bei den Personalressourcen führen. Zudem entstehen bei über Wochen andauernde Kälteperioden mit tiefen Minustemperaturen Probleme durch gefrorene Wasserleitungen und Bildung von grossen Vereisungen beim Rollmaterial. Die Mitarbeitenden der SBB stehen in solchen Fällen rund um die Uhr im Einsatz und kümmern sich um die Schneeräumung und Enteisung von Signalen, Gleisen, Weichen, Barrieren, Perrons etc.

Stimmt es, dass Lokomotiven im Winter im Standby-Modus abgestellt werden?

Das ist richtig. Alle Lokomotiven und Triebfahrzeuge werden während der Winterzeit unter Spannung rangiert. Damit soll ein Einfrieren der Fahrzeuge verhindert werden und das Vorheizen der Wagen sichergestellt sein.
 

Weitere Informationen finden Sie hier: http://blog.sbb.ch/winterdienst/.

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