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Zugsicherung ETCS.

Schiene

Zugsicherung auf dem Schweizer Schienennetz.

Die Führerstandssignalisierung ETCS Level 2 wird heute in der Schweiz auf Strecken mit Geschwindigkeiten grösser als 160 km/h eingesetzt. Das System wird in Zukunft auch in Europa vermehrt zum Einsatz kommen und den grenzüberschreitenden Zug-verkehr vereinfachen. Bis Ende 2017 ersetzt die SBB sämtliche Zugsicherungssyste-me auf ihrem Schienennetz mit der zukunftsweisenden ETCS-Technologie.

Die SBB ist die Betreiberin des am stärksten genutzten und belasteten Schienennetzes der Welt. Auf dem mehr als 3000 Kilometer langen Netz verkehren täglich zwischen 8000 und 9000 Züge, die rund 880'000 Reisende an ihr Ziel bringen. Zusätzlich transportiert die SBB auf ihren Schienen ein Gütervolumen von 150'000 Tonnen pro Tag.

Die Zugsicherung spielt eine bedeutende Rolle für einen jederzeit pünktlichen und sicheren Personen- und Güterverkehr in diesem dicht befahrenen Netz. Momentan werden in der Schweiz drei Systeme für die Zugbeeinflussung eingesetzt:

  • «Integra-Signum»: Dieses Warnsystem warnt den Lokführer beim Vorsignal, wenn er geschlossenes Signal zufährt oder wenn er die Geschwindigkeit reduzieren muss. Missachtet der Lokführer ein Haltsignal, wird der Zug automatisch gebremst. Dieses System kommt grundsätzlich bei allen Hauptsignalen auf dem ganzen Schienennetz zum Einsatz.

  • «ZUB»: Dieses System ergänzt Integra-Signum indem es die Geschwindigkeit des Zuges zwischen Vor- und Hauptsignal kontinuierlich überwacht. Falls der Lokführer die Geschwindigkeit zwischen den Signalen nicht reduziert, erfolgt eine automatische Bremsung. Damit wird ein Halt vor einem Gefahrenpunkt (z.B. Kreuzung) sicherge-stellt.

  • «European Train Control System (ETCS) Level 2»: Bei diesem Zugsicherungssystem werden dem Lokführer die Fahrerlaubnis, Geschwindigkeitsangaben und Streckendaten im Führerstand angezeigt. Ausser einigen Merktafeln kann daher auf eine Aussensignalisierung verzichtet werden (Führerstandssignalisierung). Die Bewegungen der Züge sowie die örtliche Höchstgeschwindigkeit, die Höchstgeschwindigkeit des Zuges, die korrekte Fahrtstrecke und die Fahrtrichtung werden von der Streckenzentrale dauernd überwacht.

ETCS Level 2 im Einsatz.

Momentan wird in der Schweiz die Führerstandssignalisierung ETCS Level 2 ausschliesslich auf Strecken mit Geschwindigkeiten grosser als 160 km/h eingesetzt. So wird dieses Zugssi-cherungssystem auf der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist sowie im Lötschberg-Basistunnel eingesetzt. Die Neubaustrecke wird seit März 2007 mit ETCS Level 2 betrieben.
Die SBB ist somit die erste Bahn Europas, die ein ETCS Level 2 System im fahrplanmässigen Vollbetrieb bei Zugfolgezeiten von zwei Minuten erfolgreich umgesetzt hat.
Die Führerstandssignalisierung ETCS Level 2 wird zudem als Zugsicherungssystem im Gotthard- und im Ceneri-Basistunnel eingesetzt.

Ein Zugsicherungssystem für ganz Europa.

ETCS Level 2 soll in Zukunft die Vielzahl der in den europäischen Ländern eingesetzten Zugsicherungssysteme sowohl technisch wie auch betrieblich vereinheitlichen und ablösen.
Dies soll eine dichte, schnelle und grenzüberschreitende Zugführung in ganz Europa ermöglichen. Mittelfristig soll es im Hochgeschwindigkeitsverkehr Verwendung finden und langfristig im gesamten europäischen Schienenverkehr umgesetzt werden. In der Schweiz hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) daher die langfristige Strategie festgelegt, das Schienennetz von Integra-Signum und ZUB vollständig auf ETCS umzurüsten. In einem ersten Schritt wird bis 2017 das gesamte Normalspurnetz der Schweiz mit einem Projekt im Umfang von gut 300 Millionen Franken mit dem modernen Zugbeeinflussungssystem ETCS Level 1 Limited Supervision ausgerüstet.
Damit schafft die SBB für den grenzüberschreitenden Zugverkehr bereits heute die Voraussetzungen für einen vereinfachten Netzzuggang in der Schweiz.

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