Auf leiseren Sohlen.
Die SBB tut viel, um die Bevölkerung vor Bahnlärm zu schützen. In den letzten Jahren hat die Bahn mit Unterstützung des Bundes zahlreiche Züge mit lärmarmen Bremssystemen ausgerüstet und Lärmschutzwände gebaut.
Während Stahlräder sehr effizient über Schienen rollen und dabei Energie sparen und Schadstoffe vermeiden, hat das System auch einen Nachteil: Es kann mitunter ziemlich laut werden. Der Lärm wird hauptsächlich durch abgenutzte, raue Räder und Schienen verursacht.
Ein wesentlicher Teil des Lärms kann durch glatte Räder und Schienen bereits an der Quelle vermieden werden. Dies wird mit modernen Scheibenbremsen sowie Bremssohlen («Bremsklötzen») aus Verbundstoffen erreicht. Um Anwohnerinnen und Anwohner zu schützen, lässt die SBB zudem Lärmschutzwände erstellen und Lärmschutzfenster einbauen.
Neue Bremsen.
In den letzten Jahren modernisierte die SBB ihre Flotte mit neuen, lärmarmen Reisezugwagen und rüstete die Bremsen älterer Fahrzeuge auf leisere Systeme um. Dank dieser Massnahme fahren heute 97 Prozent der Reisezugwagen lärmarm. Die verbleibenden Wagen mit alten Bremsen werden in den nächsten Jahren nach und nach ausgemustert.
Die SBB hat Ende 2010 einen Meilenstein erreicht: Sie hat knapp 6500 Güterwagen lärmsaniert, d.h. mit K-Bremssohlen aus Verbundstoffen ausgerüstet. Rund 5500 Güterwagen sind bei SBB Cargo, 800 bei SBB Infrastruktur im Einsatz. Zusätzlich hat SBB Cargo 2000 neue lärmarme Güterwagen beschafft. Auf den wichtigen Transitstrecken verkehren jedoch mehrheitlich ausländische Güterwagen mit alten, lauten Bremssystemen. Zusammen mit dem Internationalen Eisenbahnverband UIC setzt sich die SBB deshalb für die Sanierung ausländischer Güterwaggons ein. Zurzeit beteiligt sich die SBB an internationalen Versuchen.
Lärmschutzwände.
Bei der sogenannten FinöV-Abstimmung (Finanzierung des öffentlichen Verkehrs) hat das Schweizer Volk 1998 grünes Licht für die Lärmsanierung der Eisenbahnen gegeben und dafür ein Budget von knapp zwei Milliarden Franken genehmigt. Dank der FinöV-Gelder sind nicht nur Massnahmen beim Rollmaterial möglich, sondern auch die Errichtung von Lärmschutzwänden und der Einbau von Lärmschutzfenstern.
Die SBB erstellt jedes Jahr über zehn Kilometer Lärmschutzwände, die Gesamtlänge beträgt inzwischen rund 270 Kilometer.

