Hug ist, wo Maire ist.

Vor fast zehn Jahren startete Maire, Filialleiterin am Bahnhof Luzern, ihre Lehre als Detailhandelsassistentin in der Bäckerei Hug. Was keiner weiss: Ihre persönliche Geschichte und Verbundenheit mit dem Betrieb beginnen eigentlich schon viel früher.

Sie erinnert sich gut, wie sie als kleines Mädchen mit grossen Augen vor der Vitrine mit all den Leckereien stand. «Ich hoffte dann immer innerlich, die Verkäuferin möge mir doch bitte das grosse, wohlgeformte Schoggimaisbrötli in der zweiten Reihe hinten links einpacken und ja nicht das etwas kleinere daneben», erinnert sie sich schmunzelnd. Damals wohnte sie mit ihren Eltern in der Stadt Luzern und der Besuch beim nahegelegenen Hug gehörte zur Tagesordnung. Am Morgen begleitete sie ihre Eltern zum Beck, wo es immer nach frisch gemahlenem Kaffee duftete.

Dass sie selbst einmal diejenige sein würde, die tagtäglich die Kaffeemaschine bedienen, die Brötli in den Ofen schieben und in die erwartungsvollen Augen eines kleinen Mädchens schauen wird, hätte sie damals nicht zu träumen gewagt. 

Dass sie heute dafür ganz genau weiss, auf welches Gipfeli in der Vitrine ihre kleinen und grossen Gäste heimlich hoffen, daran besteht kein Zweifel. 

Trotz all der Veränderungen, die das Leben mit sich bringt, der Hug schien irgendwie eine Konstante in Maires Leben bleiben zu wollen. Als ihre Familie zügelte, wechselte sie vom Schulhaus St. Karli ins Schulhaus Ruopigen in Reussbühl. Das Pausen-Schoggimaisbrötli blieb das gleiche, denn eine Hug-Filiale gab’s auch da, gleich um die Ecke. Überall wo Maire war, war auch Hug. Oder umgekehrt? «Es ist lustig, das war ja keine Absicht, aber irgendwie war Hug einfach immer da, wo ich grad wohnte oder zur Schule ging.» Nächste Station Kriens, wo sie ihre Lehre als Detailhandelsassistentin antritt. Natürlich bei Hug. Dort lernt sie ihre Lieblingsbäckerei dann aus der Innenperspektive kennen. 

Sie taucht in die Welt des Kaffees ein, lernt das abwechslungsreiche Sortiment, vor allem aber auch die abwechslungsreiche Kundschaft kennen. Langweilig wird’s hinter dem Tresen nie. Denn wenn sie nicht gerade Kaffee brüht oder am Ofen hantiert, begegnet sie im Laden jeden Tag den unterschiedlichsten Menschen. Von den Verschlafenen, die ohne den ersten Kaffee kaum aus den Augen sehen, über die Touristen, die natürlich nichts anderes als den traditionellen Luzerner Lebkuchen bestellen, bis hin zu den absurdesten Extrawünschen und Geschmackskombinationen, die sie als Expertin ganz und gar nicht nachvollziehen kann. Erfüllen tut sie trotzdem jeden Wunsch. Denn schliesslich sind es die glücklichen Gesichter ihrer Kunden, wenn’s schmeckt, die auch ihr ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ihr in ihrem Job schon seit der Lehrzeit am meisten Freude bereiten. 

Während Maire als Kind bei Kaffee die Nase rümpfte, ist sie heute leidenschaftliche Espressoliebhaberin. Das Schoggimaisbrötli ist Maires neuem Lieblingssnack, dem Aprikosenbögli, gewichen, und statt Reussbühl und Kriens ist der Bahnhof Luzern heute wieder ihre Hochburg. Was geblieben ist, ist Hug. Und darum bleibt auch Maire. An ihrem Arbeitsplatz fahren tagein, tagaus Züge nach Zürich, Italien und hinaus in die weite Welt. Doch Maire bleibt. Luzern ist ihre grosse Liebe. Luzern ist Heimat und Feriendestination zugleich. Luzern ist Espresso, Aprikosenbögli und Schoggimaisbrötli. 

Maire kann sich gut vorstellen, eines Tages hier eine Familie zu gründen. Vielleicht ein herziges Einfamilienhaus mit Gärtli. Und wenn es so weitergeht, wird es der Zufall mit Sicherheit so wollen, dass dieses nur einen Katzensprung von der nächsten Filiale der Bäckerei Hug entfernt stehen wird. 

Weiterführender Inhalt

Besuchen Sie Maire in der Bäckerei Hug und probieren Sie eines der feinen Aprikosenbögli, die sie so liebt.

Hier probieren Bäckerei Hug Bahnhof Luzern.

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