Reaktivierung Personenunterführung Basel SBB.

Die Hauptpassarelle am Bahnhof Basel SBB ist einem immer grösser werdenden Kundenstrom ausgesetzt.

Deshalb soll die alte Personenunterführung des Bahnhofs wieder teilweise in Betrieb genommen werden. Diese alte Unterführung wurde seit 2013 nur noch für logistische Zwecke genutzt. 

Ziel des Projekts? 

Vor der tatsächlichen Reaktivierung der Personenunterführung sollte erprobt werden, ob die Personenunterführung richtig genutzt wird und ob die gewählte Signaletik verständlich ist.

Wann und wie wurde getestet?

Am 15. Juni 2020 fand am Bahnhof Basel SBB ein Testlauf mit 12 Kundenstimmen statt. Bei diesem erhielten sechs 2er Gruppen die Aufgabe, eine vorgegebene Strecke am Bahnhof abzulaufen, ohne die Passerelle oder die Rolltreppe zu benutzen. Die Testleiter beobachteten den Testlauf und führten Protokoll. 

Was kam dabei heraus?

Durch den Kundeneinbezug konnte die Projektleitung folgende wichtige Erkenntnisse erfassen:

  • Die Hälfte der Testpersonen benutzte die Personenunterführung gar nicht, was auf eine unzureichende Signaletik schliessen liess.
  • Die andere Hälfte zögerte beim Hinuntergehen in die Personenunterführung überwiegend.
  • Für Kundenstimmen kam es unerwartet, dass die Personenunterführung nur in eine Richtung verläuft
  • Noch verwirrender empfanden sie es, dass die Unterführung nur zu bestimmten Zeiten begehbar ist.
  • Kundenstimmen berichteten über eine ungenügende Beleuchtung der Unterführung.
  • Die Erwartungen an eine klassische Personenunterführung, mit der die Personen angekommen sind, wurde nicht erfüllt. Die Personenunterführung wurde aufgrund des Einbahnverkehrs und der Öffnungszeiten als „anders“ wahrgenommen.

Wie weiter?

Die Projektleiter ahnten die, von den Kundenstimmen erwähnten Schwachstellen zwar bereits, jedoch schätzten sie die Inputs der Kundenstimmen trotzdem. Die Erkenntnisse gaben ihnen Sicherheit in den weiteren Massnahmen. 

  • Vor und während der Reaktivierung der Personenunterführung wurden Kund*innen durch gezielte Medienmitteilungen, aber auch durch Kundenlenker über die Besonderheiten der Unterführung informiert. Dies geschah über einen Zeitraum von zwei Wochen.
  • Die Signaletik wurde angepasst. Nun ist klar beschildert, dass Kund*innen nur in eine Richtung laufen können. 
  • Innerhalb der Personenunterführung wurde die Beleuchtung optimiert und nichtbegehbare Bereiche wurden mit Abschränkungen versehen.
  • An der Funktionsweise der Personenunterführung wird sich bis aufs Weitere nichts ändern. Die Unterführung wird weiterhin nur in eine Richtung begehbar und nur zu bestimmten Zeiten geöffnet bleiben.
  • Der Inhalt des Kundeninformationsmonitors bleibt ebenfalls bestehen, da die SBB-Signaletik sonst das Konformitätsprinzip verletzten würde. Somit können Beschriftungen, wie "Centralbahnplatz" nicht durch solche, wie "Exit" oder "City" ersetzt werden.

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