Adventsgeschichte

SBB Adventsgeschichte – Tim und Janas grosses Abenteuer.

«Ich freu mich schon auf Weihnachten», sagt Jana und schaut, wie die Schnellzüge vor ihrem Bänkli vorbeiflitzen. «Läuft alles nach Fahrplan, ist Heiligabend schneller da als jeder InterCity.»

Doch Tim blickt traurig über die Gleise: «Weihnachten? Eher Nein-achten! Im Winter ist es immer so kalt und grau. Und alle sind im Stress oder genervt. Was soll daran festlich sein? Weisst du noch? Früher in der Schule, da konnten wir es kaum erwarten: unsere Augen glitzerten mit der Adventsbeleuchtung um die Wette. Doch wo ist bloss der Zauber hin? Wo sind die grossen Gefühle?»

«Die grossen Gefühle?», murmelt Jana und lässt sich mit ihrer Antwort eine Zugdurchfahrt lang Zeit: «Ich habe eine Idee! Ich werde dir ein Geschenk machen.»

«Ein Geschenk? Bitte keine Socken!»

«Nein, aber ein Geschenk, dass Dich aus den Socken haut! Eins, das unter keinen Christbaum passt, aber dafür sorgt, dass du wieder an Weihnachten glauben wirst.»

«Nichts leichter als das», spottet Tim.

«Hör zu», sagt Jana, «anstelle eines Einkaufsbummels, nehmen wir den Bummler und fahren los in unser eigenes Advent-Abenteuer – nicht umsonst sagt man auf Englisch Advent-ure. Wir werden zügig unterwegs sein, auf den Schienen, die die Welt bedeuten. Du wirst sehen, die schönsten Ecken der Schweiz sind eine runde Sache. Dabei erleben wir genau jene grossen Gefühle, die du so lange vermisst hast. An jedem Ort ein anderes. Und damit wir sie nicht vergessen, schreibe ich sie in mein kleines Notizbuch. Ausserdem zeige ich dir den schönsten Pass der Schweiz!»

«Den Furka? Oder den Simplon?»

«Den SwissPass!»

Jetzt kann sich auch Tim ein Lächeln nicht verkneifen. Ob Weihnachten vielleicht doch noch festlich wird?

1. Dezember: Das Abenteuer kommt in Fahrt.

Tim glaubt nicht mehr daran, dass ihn Weihnachten verzaubert und die grossen Gefühle auslöst. Doch Jana sieht das anders! Für ihn hat sie eine bahnbrechende Reise aufgegleist, ein unvergessliches A-Bahn-teuer, das ihn vom Gegenteil überzeugen soll. Dabei werden Jana und Tim die grossen Gefühle nicht nur erleben, sondern auch in einem Notizbuch sammeln. Vorfreudig, wie ein Kind, das gleich zum ersten Mal Zug fährt, steht Jana am Billettautomaten und sagt: «Tim, jetzt bist du am Zug. Welches Gefühl würdest du gerade am liebsten fühlen?»

Tim überlegt und sagt: «Das Gefühl...

Sie haben mit 69% entschieden: ...der grenzenlosen Freiheit.»

2. Dezember: Olten, die grenzenlose Freiheit.

«Tadaaa» frohlockt Jana, als sie und Tim aus dem Zug steigen. Skeptisch schaut sich Tim um. «Du schleppst mich nach Olten? Das soll das Gefühl grenzenloser Freiheit sein?» «Klar! Es heisst ja: Viele Wege führen nach Rom. Und noch mehr via Olten!» Tim bleibt skeptisch: «Dann fährt sicher bald ein Zug weg von hier.» «Ach, du Stürmi», sagt Jana, «Geduld ist nicht deine Superkraft. Aber welche Gabe hättest du denn gerne?»

Tim meint: «Ich würde gerne…

Sie haben mit 60% entschieden: …fliegen können!»

3. Dezember: Das Tor zur Welt.

«Was gäbe ich dafür, fliegen zu können», sagt Tim träumerisch, während er und Jana zusehen, wie die Flugzeuge am Flughafen Zürich starten und landen. «Ich würde mit Vögeln um die Wette fliegen.» Jana kichert: «Die Vögel würden denken, du hättest einen Vogel!» Beide schweigen eine Weile, dann sagt Tim: «Ich habe Fernweh.»

«Kein Problem», sagt Jana, «wir reisen in die Ferne! Wohin soll’s denn gehen?» Tim antwortet:

Sie haben mit 67% entschieden: «Ans Meer.»

4. Dezember: Das Meer von Ascona.

«Ist es nicht schön, das Meer?» Tim versteht die Welt nicht mehr. «Das Meer? Der Lago Maggiore ist doch nur ein See?!» «Also was heisst denn hier nur? Man sagt ja ‹weniger ist Meer›.» Tim will zurück zum Bahnhof. «Es ist eisig kalt und alles an mir zittert.» Jana seufzt: «Also in deiner Wintermontur siehst du auf jeden Fall aus wie eine Mumie.» «Das wär’s jetzt, ein Film über Mumien!» sagt Tim.

Wo sollen die beiden ihren Mumien-Film ansehen gehen?

Sie haben mit 81% entschieden: Am Filmfestival Locarno

5. Dezember: Film ab!

«Zum verflixten Abstellgleis, das Filmfestival haben wir um mehrere Wochen verpasst», sagt Jana am Bahnhof Locarno. Nachdenklich erwidert Tim: «Einen Film drehen könnte ich nie. Mir fehlen die Ideen.» «Ach was! Jeder ist kreativ. Du musst dich nur inspirieren lassen.» Jana zeigt auf die Züge. «Du könntest ja einen Western über Züge drehen. Titel: Spiel mir das Lied vom Zug. Oder etwas Romantisches: Die Schiene und das Biest.»

Tim sagt: «Ganz klar, ich drehe am liebsten einen…

Sie haben mit 67% entschieden: …Western.»

6. Dezember: Ein alter Bekannter, mitten im Wald.

Der nächste Halt führt die beiden in den Wald. «Was machen wir hier?», fragt Tim. Doch bevor Jana antworten kann, ertönt eine Stimme: «Wart ihr auch schön brav?» Der Samichlaus! «Was hast denn du in dem Sack, alter Mann?» «Freche Menschen wie euch», blöfft es hinter dem Bart hervor. «Welche Laus ist dem denn über die Leber gelaufen?», flüstert Tim Jana zu. «Wahrscheinlich die Niko-Laus.» Als beide kichern, blickt der Samichlaus böse.

Die beiden…

Sie haben mit 88% entschieden: …bleiben mutig vor dem Samichlaus stehen.

7. Dezember: Angst? Ach was!

«Ich fürchte mich vor gar nichts!», sagt Jana. Der Samichlaus schaut böse: «Du solltest dich aber fürchten, du warst nicht brav! Wie ich gehört habe, lachst du hin und wieder über Zugbegleiter, die etwas gebrochen Französisch sprechen.» «Ou ... das stimmt. Ich mach’s nie mehr. Versprochen!» «Gut», sagt der Chlaus, «ich glaube dir.» Jana und Tim nehmen kleinlaut Mandarindli und Nüssli entgegen. Glück gehabt! 

Die beiden zieht es weiter. Jana will Tim gleich noch eine Persönlichkeit näherbringen. Doch was für eine sollen sie besuchen? Eine Person, die…

Sie haben mit 51% entschieden: …dem Samichlaus sehr ähnlich ist.

8. Dezember: Ein wahrer Held.

Tim bestaunt das Telldenkmal und ist ungewohnt euphorisch: «Dieser Tell war ein wahrer Held. Bärtig und mutig wie der Samichlaus.» «Der gute Wilhelm war übrigens nicht nur Armbrust-Grossmeister», erklärt Jana, «sondern auch Erfinder. Ihm verdanken wir unter anderem das Tell-efon.» Jana klopft sich innerlich selbst auf die Schulter für dieses in-tell-igente Wortspiel. Es stört sie nicht, dass Tim ihr das nicht glaubt.

Nationalheld Tell inspiriert das nächste Reiseziel. Wohin soll es gehen?

Sie haben mit 51% entschieden: Zum kleinsten Ort der Schweiz, so bekannt wie Wilhelm Tell.

9. Dezember: Der kleinste Ort der Schweiz.

Nach einer lauschigen Zugfahrt stehen unsere beiden Abenteurer in Melide bei Lugano. «Also das Swiss Miniatur habe ich mir irgendwie grösser vorgestellt», sagt Tim. Jana schaut den Modell-Eisenbahnen zu: «Kein Wunder, muss man hier besonders gut hinschauen – Lugano ist schliesslich Italienisch für ‹lueg-ane›. Hier sehen sogar meine Probleme richtig klein aus. So klein, als wären sie eins dieser geheimnisvollen Teilchen im Cern.»

Tim sagt:

Sie haben mit 54% entschieden: «Das Cern kenne ich natürlich. Nichts wie hin!»

10. Dezember: Das Genfer Gottesteilchen.

Jana und Tims Reise führt sie nach Genf. «Voilà! Das weltberühmte Cern. Hier sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der Suche nach dem sogenannten Gottesteilchen.» «Mein Gott!», sagt Tim, «Physik ist nicht mein Ding. Zwischen der Physik und mir stimmt die Chemie nicht.» «Amen», meint Jana. «Wenn nicht Physik und nicht Chemie, welches Schulfach entlockt dir dann grosse Gefühle?»

Welches Fach soll das nächste Ziel anregen?

Sie haben mit 51% entschieden: Geschichte

11. Dezember: Wilder Vierwaldstättersee?

«Bist du seekrank?», fragt Tim. «Ach was», sagt Jana und hält sich bleich am Schiffsgeländer fest, «kein Sturm kann mir was anhaben!» «Jana, es weht nicht einmal ein Lüftchen», lacht Tim. «Aber was, wenn Piraten kommen?» «Am Vierwaldstättersee gibt’s doch keine Piraten. Höchstens Stand-Up-Paddler. Und bevor du fragst: hier gibt es auch keine Haie oder Krokodile!» «Gegen Krokodile habe ich nichts, solang es nur die Lokomotive ist.»

Sollte Tim die Krokodil-Lokomotive kennen?

Sie haben mit 79% entschieden: Ja, natürlich!

12. Dezember: Der Kluge fährt im Zuge.

Jana und Tim steigen in den nächsten Zug und machen es sich in einem Viererabteil gemütlich. «Natürlich kenne ich das Krokodil – die schöne, alte Lok», sagt Tim. «Du bist eben ein kluges Büebli», meint Jana. Tim wird ganz verlegen: «Und wo geht’s als nächstes hin?» «Wir sind schon da! Der Weg ist das Ziel! Der Kluge fährt im Zuge.» «Und der Dumme?» «Der auch. Die SBB ist für alle da.» Beide lachen.

Doch dann hören sie einen bekannten Satz.

Sie haben mit 52% entschieden: «Billett bitte.»

13. Dezember: Ganz schön schlagfertig.

«Billett bitte!», sagt die Zugbegleiterin und zack – Tim hat sein Ticket blitzschnell zur Hand. Jana hingegen kramt in ihren Hosen- und Jacken-Taschen und überlegt sich sogar, in den Socken nachzuschauen. Tim versucht deshalb spontan die Stimmung aufzulockern: «Halb so wild, schon die Beatles sangen: ‹Billett it be›.» Die Zugbegleiterin schmunzelt und Jana hat endlich den Fahrschein gefunden. «Ha, merci Tim, der war gut!»

Jana will sich von Tims humorvoller Stimmung anstecken lassen. An welchen Ort sollen sie dafür reisen?

Sie haben mit 78% entschieden: In Lachen (SZ)

14. Dezember: In Lachen lachen.

Kaum sind Jana und Tim im Schwyzer Ort Lachen ausgestiegen, legt Jana los: «Was hat zwei Flügel und arbeitet bei der SBB? Ein Zugvogel. Was ist die Gemeinsamkeit eines heimatlosen Zuges und einer Einwegflasche? Beides hat kein Depot.» Doch kein «Haha» weit und breit – nicht einmal ein Schmunzeln. Tim fragt: «Sind wir jetzt tatsächlich nur nach Lachen gefahren, um zu lachen? Das kann doch nicht dein Ernst sein?».

Wie soll Jana reagieren?

Sie haben mit 53% entschieden: Tim eine Verschnaufpause gönnen.

15. Dezember: Das Perron, das die Welt bedeutet.

Tim geniesst die Ruhe. Als ihm die Stille dann aber doch zu viel wird, fragt er Jana: «Wieso fährst du eigentlich so gerne Zug?» Janas Gesichts-Züge kommen in Fahrt: «Das liegt seit Generationen in meiner Familie! Sollte ich mal Kinder haben, schenke ich ihnen eine Modelleisenbahn! Aber das liegt noch in der Zukunft. Oder sagen wir besser: Zugkunft?» Tim rollt mit den Augen: «Und mit was fahren wir in der Gegenwart?»

In welchen Zug sollen die beiden steigen? In den nächsten…

Sie haben mit 56% entschieden: …Regionalzug?

16. Dezember: Jana zieht Zwischenbilanz.

«Unsere Reise ist wie ein Regionalzug», sagt Jana zu Tim, der aus dem Fenster des fahrenden Regios schaut, «langsam, aber immer im Fluss. Frei nach Mahatma ‹Bahn’di›: ‹Alles muss fliessen.› Da stellt sich jetzt natürlich die Frage: Bist du es schon?» Tim versteht nur Bahnhof: «Bin ich schon was?» «Bist du schon in Weihnachtsstimmung?» Sie blickt in ihr Notizbuch. «Wir haben schon so viel erlebt – so viele Gefühle gesammelt!»

Soll Tim Jana recht geben?

Sie haben mit 66% entschieden: Ja, langsam ist er in Weihnachtsstimmung.

17. Dezember: Dem Ziel so nah.

«Hier soll ich mich noch weihnachtlicher fühlen?», fragt Tim. «Pssst!» sagt Jana, vielleicht etwas zu laut. «Könnten Sie bitte etwas leiser ‹pssst›-en?» zischt ein Besucher. Ihm entgegnet eine Dame: «Ruhe bitte!», worauf aus verschiedenen Ecken ein «Pssst» dem nächsten folgt. Doch Jana lässt sich die Laune nicht verderben – zu eindrücklich ist es in der Klosterkirche Einsiedeln. «So schön still hier», sagt sie.

«Jetzt musst nur noch du still sein und alles ist gut», kontert Tim und sagt weiter: «Also jetzt hätte ich Lust…

Sie haben mit 63% entschieden: …auf noch mehr Idylle.»

18. Dezember: Idylle weit und breit.

«Du wolltest noch mehr Idylle – hier ist sie!», sagt Jana und zeigt übertrieben auf Greyerz’ Städtchen. «Schon Goethe sagte: ‹Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt in der Romandie!›» Tim verdreht die Augen: «So ein Käse!» «Du sagst es. Für Käse ist die Region bekannt.» Sie nimmt eine Kamera aus der Tasche, sagt «Cheese» und klebt das Polaroid von Tims erschrockenem Gesicht ins Notizbuch.

Tim ist gereizt:

Sie haben mit 82% entschieden: «Na super, jetzt bin ich richtig hungrig.»

19. Dezember: Jana philosophiert im Nirgendwo.

Die beiden haben sich verfahren. Während Tim ein Stück Käse isst, blickt Jana aus dem Fenster und hält den Kopf schräg, als wäre er ein Neigezug: «Ich frage mich, warum man von Weichen spricht, wenn sie doch gar nicht weich sind? Und werden Retour-Billette öfter zurückgegeben als andere Tickets? Und vor allem: Was ist eigentlich eine Stellwerkstörung?» Die Antworten bleiben auf der Strecke.

Tim sagt: «Jana am Philosophieren …

Sie haben mit 58% entschieden: … mehr davon!»

20. Dezember: Tunnelblick im Lötschberg.

In Jana und Tims Zug wird es unverhofft dunkel. Doch Janas Gesicht hellt sich auf: «Das Schöne an Tunneln ist, man konzentriert sich automatisch auf das, was vor einem liegt.» «Du und deine Philosophien», verdreht Tim die Augen, «also ich sehe bloss schwarz.» «Im Dunkeln muss ich immerhin deine Grimassen nicht ansehen», sagt Jana. «Ausserdem habe ich allen Grund zum Optimismus: Ich sehe schon das Licht am Ende des Lötschbergs.»

Jetzt wird’s aber höchste Zeit für…

Sie haben mit 88% entschieden: …Weihnachtstimmung.

21. Dezember: Ein Baum, schön wie im Traum.

Jana und Tim bestaunen den riesigen Weihnachtsbaum in der Zürcher Bahnhofshalle. «Also den möchte ich nicht schmücken müssen», sagt Tim. Jana schmückt dafür ihre nächste Formulierung aus: «Wusstest du, dass hier am Zürich HB der geschichtsträchtige Satz gesagt wurde: ‹Ich HB einen Traum›?» «Martin Luther King Jr.?» «Nein, der ist von mir.»

Tim: «Wenn du mich fragst, mein Traum wäre gerade etwas…

Sie haben mit 71% entschieden: … Feines zu essen.»

22. Dezember: Ein Festmahl im Zugrestaurant.

Im Zugrestaurant verschlingt Jana ihren Wurst-Käse-Salat als müsste sie in zwei Sekunden aussteigen. Tim staunt: «Wie du den feinen Wurst-Salat isst, ist mir ja Wurst. Aber festlich ist es nicht gerade.» Doch sobald Tim sein Apéro-Plättli bekommt, geniesst auch er es, als wäre es eine Weihnachtsgans. Jana strahlt: «Das Essen schmeckt beim Zugfahren besonders gut – schliesslich heisst es ja Ess-BB.»

Doch dann erschrickt sie:

Sie haben mit 53% entschieden: Das schöne Notizbuch ist plötzlich weg!

23. Dezember: Das Notizbuch ist verschwunden!

Jana ist geschockt: «Das Notizbuch ist weg!» «Äuä», sagt Tim. «Doch!», schreit sie, «kein Zugausfall ist schlimmer! Kein verpasster Anschluss so tragisch! Selbst die übelsten Stosszeiten stossen mir nicht so auf wie das!» Tim beginnt zu lachen: «Was hältst du eigentlich in der Hand?» Jana blickt herab: Das Notizbuch. Jetzt lacht auch sie: «Notiz an mich selbst: Ich sollte weniger tagträumen.»

Was gönnen sie sich zur Feier des Tages?

Sie haben mit 52% entschieden: …einen Klassenwechsel.

24. Dezember: Nächster Halt: Zuhause.

«Also die erste Klasse ist schon klasse!», sagt Tim. Jana erschrickt: «Lokfriedstutz! Es ist schon der 24.! Schon komisch: Wir sitzen im Zug, aber die Zeit vergeht wie im Flug. Wir müssen uns auf den Heimweg machen.» Sie wollte eigentlich ein positives Gefühl – z. B. «Vorfreude» – ins Notizbuch schreiben, aber im Moment fühlt sie nur Stress. Tim meint: «Nimm’s locker.» Doch dieser Zug ist abgefahren.

Die Reise der beiden nähert sich dem Ziel. Konnte Jana Tim in Weihnachtsstimmung versetzen?

Sie haben mit 87% entschieden: Ja, er fühlt sich so weihnachtlich wie noch nie!

Ankunft am Endbahnhof.

Jana und Tim kehren wieder zu jenem Bahnhof zurück, wo ihr Advent-Abenteuer – ihr «Advent-ure» – gestartet ist. Sie ist beschwingt wie eh und je, und auch er scheint endlich in Weihnachtsstimmung zu sein: er ist noch nicht wirklich in Weihnachtsstimmung und wirkt etwas müde: «Das war eine ganz schön lange Reise.»

«Lang, aber schön», sagt Jana, «eine Weltreise durch die Schweiz. Und das Beste? Ich hab’ Dir ein Geschenk.»

«Jaja, mit dir hat man das Geschenk!»

«Nein, wirklich.» Jana drückt ihm ein Päckchen in die Hand, mehr schlecht als recht in Seidenpapier eingepackt, auf dem in kritzeliger Schrift steht: Eisenbahnsinnig schöne Weihnachtsgrüsse, Jana. 

Tim packt es eilig aus: Das Notizbuch! Er ist etwas enttäuscht … das Notizbuch kennt er ja schon. Doch als er es öffnet, nehmen seine Gesichts-Züge Fahrt auf. Jana hat sich grösste Mühe gemacht: Das Buch ist gefüllt mit Zeichnungen, Sprüchen, eingeklebten Billetten der besuchten Orte und – das Wichtigste – zu jedem Halt das entsprechende Gefühl. Von «skeptisch» über «heiter» bis «dankbar» ist alles dabei.

Tim wischt sich Tränen der Rührung aus den Augen. «Wow, diese Reise war nicht bloss eine Achterbahn der Gefühle. Das war ein Extrazug der Emotionen. Ein Express der Empfindungen. Ein Doppelstockwagen des Glücks.» «Also jetzt übertreib mal nicht», lacht Jana. Doch der sonst so gefasste Tim lässt sich nicht bremsen: «Du hattest Recht: Es gibt sie noch, die grossen Gefühle!» In diesem Moment spürt Tim die grösste aller Emotionen: Liebe. Es stimmt also doch: Weihnachten ist das Fest der Liebe. Dankbar drückt er Jana einen Kuss auf die Wange. Und siehe da, Wunder geschehen eben doch: Der schlagfertigen und gerissenen Jana verschlägt es die Sprache – das hat Tim noch nie erlebt. 

Plötzlich, vom Glück überwältigt, glitzern Tim und Janas Augen mit der Adventsbeleuchtung um die Wette. So wie früher. Der Weihnachtszauber ist zurück! 

So wird aus dem kleinen Endbahnhof unverhofft ein grosser Happy-End-Bahnhof. 

Der Autor der Geschichte.


Kilian Ziegler, Schweizer Slam Poet der Extraklasse, hat die diesjährige Adventsgeschichte erschaffen. Der Künstler begeistert mit seiner intelligenten Wortakrobatik und seinem unverkennbaren Humor jedes Publikum.