Gestern hatte ich folgendes “Erlebnis”, das zwar nicht weltbewegend ist, aber offenbar auf Personallücken beim Lokführer-Personal zurückzuführen ist: Ich wartete im Bahnhof Olten auf den Zug, der von Basel herkommend via Olten - Zofingen - Sursee nach Luzern fährt. Das Ausfahrsignal in Olten stand auf grün, und die übliche Ansage über die Einfahrt des Zuges sowie die Zugformation und die Abfahrtszeit ertönte. Der Zug kam fast auf die Sekunde genau pünktlich in Olten an. Die Passagiere waren aus- und auch eingestiegen. Kurz darauf war folgende zuginterne Lautsprecher-Ansage zu vernehmen: “Unser Zug wird sich um einige Minuten verspäten; der Grund liegt in der Personaldisposition.” Nach einiger Zeit eine zweite Durchsage: “Der Zug ist noch nicht abfahrbereit infolge des fehlenden Lokführers.” Schliesslich ist offensichtlich ein Lokführer eingetroffen, und der Zug fuhr rund 9 oder 10 Minuten verspätet ab. Bis Sursee, wo ich aussteigen musste, war die “Verspätung” bereits auf 3 Minuten verkürzt, und ich vermute, dass bis zum Endbahnhof in Luzern der Zug nicht mehr verspätet war. Die Verspätung ist in diesem Zusammenhang m.E. nicht zentral, sondern die Frage:
Ist die Personalsituation beim Lokpersonal so prekär? - habe ich mich gefragt. Oder ist der Lokführer, der den Zug pünktlich von Basel nach Olten fuhr, aus akuten gesundheitlichen Gründen ausgefallen, und es war kein Ersatzlokführer anwesend gewesen? So oder so: Wie kann im grossen Knotenbahnhof Olten - oder wie ich auch schon gehört habe: im Herzen der SBB - kein Ersatzlokführer im Pikettdienst den fehlenden Lokführer ersetzen?
Wie dem auch sei, die Passagiere - jedenfalls jene in meiner Nähe - und auch ich nahmen das Ganze gelassen und teils mit Humor zur Kenntnis. Aber wenn der Grund im Personalbestand zu verorten ist, so stellt sich doch die Frage, wie die SBB es schaffen werden, immer mehr Züge fahren zu lassen und die Fahrplandichte sowie die Zugabstände noch kundenfreundlicher auszugestalten, wenn das Personal fehlt oder unvermittelt ausfällt. Müsste allenfalls im personellen Bereich mehr getan werden? Bis zu selbstfahrenden Zügen dürfte wohl noch einige Zeit vergehen …
P.S. Sollte der betroffene Lokführer, der den Zug bis Olten fuhr, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weitergefahren sein, sei ihm an dieser Stelle gute Besserung und rasche Genesung gewünscht.
Herzliche Grüsse, auch an ihn und alle Lokführer und Lokführerinnen für ihre Motivation, das Beste zu geben. Aurelius.